Kapuzinerinnenkloster Baden

Heutige Nutzung

Das Klösterli Baden wird durch verschiedene Institutionen und Ämter der Stadt Baden genutzt. Dazu zählt auch die Stadtbibliothek. Ihr Medienbestand zur Geschichte und Kultur von Stadt und Bezirk Baden dient der umfassenden Dokumentation von Baden. Weitere Räume im ehemaligen Klosterareal sind durch einen Kindergarten und eine Musikschule belegt. Auch das Standes- und das Betreibungsamt sowie städtische Kultur-Abteilungen sind hier untergebracht. Die ehemalige Klosterkirche ist inzwischen ein Trauungslokal.

Geschichte

Seit dem späten 14. Jahrhundert ist in Baden eine Beginengemeinschaft belegt, die im «Zwickerin Haus» am Kirchhof lebte. Man weiss wenig über die Beginen, die dem Luzerner Franziskanerkloster unterstellt waren. Im 16. Jahrhundert übersiedelten Beginen aus Würenlingen nach Baden und verstärkten hier das klösterliche Leben. Die Frauen pflegten Kranke und unterrichteten Mädchen, wofür sie von der Stadt Baden Unterstützung erhielten.

Grund für die Umwandlung in ein Kapuzinerinnenkloster waren die seit 1588 in Baden ansässigen Kapuziner. Die Schwestern nahmen 1612 die neue Regel an. Wenige Jahre später konnten sie ein neues Gebäude in der Vorstadt beziehen.

Wie alle anderen noch bestehenden Klöster im Kanton Aargau wurde auch das Kapuzinerinnenkloster Baden 1841 aufgehoben. Schon 1843 durften die Schwestern in ihr Kloster zurückkehren. Zur endgültigen Aufhebung kam es 1867. Von 1872 bis 1964 führten Menzinger Schwestern im Klösterli eine Armen- und Waisenerziehungsanstalt.

Architektur und Anlage

Die einstige Klosteranlage wurde zwischen 1617 und 1626 in der Badener Vorstadt erbaut und in den folgenden Jahrhunderten mehrmals renoviert. Von diesem Kloster ist heute nur noch die Klosterkirche erhalten, wenn auch der Innenraum keine Kirche mehr erkennen lässt. Die Konventstrakte wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts entweder abgerissen oder umgebaut. Der ehemalige Nordtrakt, in dem heute die Stadtbibliothek und andere Ämter der Stadt untergebracht sind, wurde 1910/11 durch Architekt Otto Dorer für die Kinderheim-Stiftung neu gebaut. Der markante, viergeschossige Rundturm fällt sofort auf, wenn man auf der Strasse von Baden in Richtung Mellingen fährt.


Weitere Informationen

Helvetia Sacra

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