Franziskusorden
Merkmale
Die franziskanische Ordensgemeinschaft besteht aus drei Männer-Zweigen: den Minoriten, den Franziskanern und den Kapuzinern. Die Franziskaner und die Kapuziner tragen eine braune Kutte mit Kapuze, die Minoriten eine schwarze. Zum Gewand aller drei Zweige gehört ein weisser Gurt (Kordel) mit drei Knoten. Die Knoten symbolisieren die drei Gelübde Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.
Der Franziskusorden zählt zu den grossen Bettelorden des Mittelalters. Franziskaner leben bewusst einfach und verzichten auf Eigentum. Die freiwillige Armut ist Ausdruck des Vertrauens auf Gott sowie der Nähe zu den Armen und Ausgegrenzten. Die Klostergemeinschaft wird als eine Gemeinschaft von «Brüdern» verstanden, hierarchisches Denken wird vermieden.
Eine besonders enge Verbundenheit hat der Franziskanerorden mit der Schöpfung. Im «Sonnengesang» von Franziskus werden Sonne, Mond, Wasser, Feuer und Erde als «Bruder» oder «Schwester» angesprochen.
Geschichte
Der Franziskusorden wurde von Franziskus von Assisi zu Beginn des 13. Jahrhunderts gegründet. Der Orden lebt nach der Franziskusregel. Eigentlich wollte Franziskus nur in vollständiger Nachfolge von Jesus Christus leben. Da dies anziehend auf viele Menschen wirkte, wuchs die Gemeinschaft schnell. Entsprechend musste der Orden besser strukturiert werden, indem er in Provinzen eingeteilt wurde. Von Anfang an strebten die Franziskaner danach, das Christentum zu verbreiten (Mission). Wegen eines Streits um das Armutsideal teilte sich der Orden im 14. Jahrhundert in Franziskaner und Minoriten. 1525 entstand schliesslich der dritte Ordenszweig der Kapuziner.
Im heutigen Kanton Aargau war der Franziskusorden mit mehreren Kapuzinerklöstern (siehe Kapuzinerorden) vertreten. Daneben bestand in Königsfelden ein Kloster der Minoriten, die zwischen 1309 und 1528 ein Doppelkloster mit den Klarissen bildeten (siehe Franziskanische Frauenorden).