Beginen und Begarden

Merkmale

Als Beginen und Begarden bezeichnet man Frauen und Männer, die allein oder in Gemeinschaft ein einfaches und frommes Leben führten. Viele verrichteten karitative Tätigkeiten für arme und kranke Menschen, andere betreuten beispielsweise eine Kapelle. Sie legten kein Ordensgelübde ab und lebten ziemlich unabhängig, ausserhalb von Klostermauern. Daher spricht man auch von religiösen Laiengemeinschaften.

Das Beginenwesen (gemeint ist damit im Folgenden auch das Begardenwesen) war insgesamt sehr vielfältig. Meist entstanden Beginenhäuser in städtischen Siedlungen, während Begarden auch als Einsiedler in Wäldern leben konnten. Manche Beginenhäuser hatten eigenständige Hausordnungen. Andere befolgten eine Ordensregel oder wurden mit der Zeit gar in einen Orden aufgenommen. Besonders die Bettelorden der Dominikaner und Franziskaner förderten das Beginenwesen und betreuten die Frauen und Männer seelsorgerisch.

Geschichte

Das Beginenwesen hat seinen Ursprung um 1200 im heutigen Belgien und in den Niederlanden. Im Alpenraum sind Beginen ab Mitte des 13. Jahrhunderts belegt. Die offizielle Kirche nahm ihnen gegenüber eine zwiespältige Haltung ein und verfolgte sie zeitweise. Aufgrund dieser Unsicherheiten sahen sich Beginen und Begarden gezwungen, bei den Orden Schutz zu suchen. Viele Gemeinschaften orientierten sich daher im Laufe des Spätmittelalters an einer Ordensregel oder entwickelten sich zu einem Kloster. Im Laufe des 16. Jahrhunderts verschwand das Beginenwesen fast vollständig aus dem Gebiet der heutigen Schweiz. Vereinzelt existierten Gemeinschaften von Beginen weiter oder wurden in jüngerer Zeit neu gegründet (z.B. Beginen Bern).

Beginen- und Begardenhäuser wurden im heutigen Kanton Aargau auffallend oft im Umkreis des Stifts St. Verena in Bad Zurzach und des Klarissenklosters Königsfelden gegründet. Aber auch in Kleinstädten wie Aarau, Bremgarten, Baden, Laufenburg, Rheinfelden und Zofingen befanden sich mehrere Häuser.

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