Glossar

Begriffe rund um die Aargauer Klöster und Orden, verständlich erklärt.

  • Abt/Äbtissin

    Vorsteher oder Vorsteherin eines Klosters, das die Stellung einer Abtei hat.

  • Abtei

    Ein Kloster, dem ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht (andere Form vgl. Priorat).

  • Beichtiger/Beichtvater

    Siehe Spiritual.

  • Bettelorden

    Bezeichnung für die im 13. Jahrhundert gegründeten Orden, die sich meist in Städten der Seelsorge widmeten und dabei auf Besitz und feste Einkünfte verzichteten (z.B. Dominikaner oder Franziskaner).

  • Bruder

    Ein Ordensbruder ist ein Mönch ohne Priesterweihe. Ausnahmen sind die franziskanischen Orden (Kapuziner, Franziskaner), in denen alle Ordensleute als Brüder angesprochen werden.

  • Chor

    Auch Chorraum; in der Architektur der Altarraum in einer Kirche, der in einer Klosterkirche den Ordensleuten vorbehalten ist.

  • Chorgebet
  • Chorherren

    Leben nicht nach einer Ordensregel, sondern nach Richtlinien für Priester. Davon zu unterscheiden sind die Augustiner-Chorherren, die nach der Augustinusregel leben.

  • Chorraum

    Siehe Chor.

  • Chorturm

    Ein über dem Chor einer Kirche errichteter Turm.

  • Dachreiter

    Ein kleines Türmchen auf dem Dach einer Kirche. Bei Zisterzienser- oder Kapuzinerkirchen häufig anzutreffen.

  • Damenstift

    Eine religiöse Gemeinschaft für Frauen, die kein Ordensgelübde ablegen. Früher lebten in Damenstiften meist adelige Frauen oder solche aus bessergestellten Bürgerfamilien.

  • Doppelkloster

    Eine Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen, die an einem Ort unter einer Leitung zusammenleben. In der Regel existiert in einem Baukomplex eine räumliche Trennung für Männer und Frauen.

  • Einsiedelei

    Auch Klause oder Zelle; Ort einer zurückgezogen lebenden Person (Einsiedler/Einsiedlerin).

  • Einsiedler/Einsiedlerin

    Auch Eremit/Eremitin; ein Mensch, der in selbstgewählter Einsamkeit lebt.

  • Eremit/Eremitin
  • Exemtion

    Befreiung eines Klosters aus dem Ordensverband oder der bischöflichen Gewalt und Unterstellung unter einen höheren Geistlichen (in der Regel der Papst). Exkommunikation – Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen.

  • Exkommunikation

    Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen.

  • Gelübde
  • Habit

    Auch Ordensgewand; typische Kleidung für ein Mitglied einer bestimmten Ordensgemeinschaft.

  • Hospiz

    Allgemein eine Einrichtung bei einem Kloster zur Beherbergung von Pilgern. Hospize können aber auch Niederlassungen sein, welche die vorgeschriebene Anzahl an Ordensleuten nicht aufweisen oder die aus einem rechtlichen Grund nicht als Kloster errichtet werden können. Zwischen 1874 und 1973 durften etwa gemäss Schweizerischen Bundesverfassung keine Klöster gegründet werden, weshalb z.B. die Kapuziner zur Gründung von Hospizen auswichen.

  • Inquisition

    Verfolgung von Andersgläubigen durch kirchliche Behörden oder Orden (z.B. Dominikaner).

  • Jahrzeit

    Einmal jährlich stattfindende Feier zur Erinnerung an Verstorbene (meist in einem Gottesdienst).

  • Kirchenschiff

    Siehe Schiff.

  • Klause
  • Klausur

    Bereich in einem Kloster, zu dem Fremde keinen Zutritt haben.

  • Klosterbezirk

    Zu einer Klosteranlage gehörende Gebäude.

  • Klosterverband
  • Kommende

    Ein Ordenshaus des Johanniterordens.

  • Kongregation

    Auch Klosterverband; Zusammenschluss mehrerer selbständiger Klöster unter einem Oberen.

  • Konstitutionen

    Statuten einer Ordensgemeinschaft, die als Ergänzung zur Ordensregel erlassen werden.

  • Konvent

    Gesamtheit der Mitglieder eines Klosters.

  • Konventsgebäude/Konventstrakte

    Wohn- und Arbeitsgebäude der Mitglieder eines Klosters.

  • Kreuzgang

    Zentraler Innenhof eines Klosters (meist mit Kreuzganggarten), der in einem überdachten Bogengang umschritten werden kann.

  • Kreuzzüge

    Militärisch-religiöse Bewegung im Mittelalter zur Eroberung der christlichen Stätten im Nahen Ostens.

  • Krypta

    Unter dem Chor einer Kirche liegender, unterirdischer Raum, der als Grabstätte dient.

  • Kulturkampf

    Bezeichnung für Auseinandersetzungen zwischen Staat und katholischer Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

  • Laie

    Angehöriger einer Religionsgemeinschaft ohne geistliches Amt, also kein Mönch oder Priester.

  • Mission

    Die Verbreitung des christlichen Glaubens.

  • Mönch

    Mitglied eines Männerklosters, der die Priesterweihe hat. Davon ausgenommen sind Kapuziner, die sich als Brüder bezeichnen, und Chorherren.

  • Münster

    Grosse Kirche eines Klosters oder eines Kollegiatstifts.

  • Nonne

    Auch Schwester; Mitglied eines Frauenklosters.

  • Orden

    Bezeichnung für eine klösterliche Gemeinschaft, die nach einer bestimmten Regel lebt.

  • Ordensgelübde

    Ein Gott gegebenes Versprechen, das der Aufnahme in einen Orden gleichkommt. Zentrale Gelübde sind Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.

  • Ordensgewand

    Siehe Habit.

  • Ordensregel

    Siehe Regel.

  • Parament

    Im Gottesdienst gebrauchte Textilien (z.B. Messgewand).

  • Pfisterei

    Veraltetes Wort für Bäckerei.

  • Pilgerfahrt

    Siehe Wallfahrt.

  • Predigerorden

    Anderes Wort für Dominikanerorden, das auf die Hauptaufgabe des Predigens verweist.

  • Prior/Priorin

    Vorsteher/Vorsteherin eines Priorats; in einer Abtei Stellvertreter/Stellvertreterin eines Abtes/einer Äbtissin.

  • Priorat

    Von einer Abtei abhängiges Kloster.

  • Propst

    Vorsteher einer Propstei oder eines Kollegiatstifts.

  • Propstei

    Niederlassung eines Klosters zur Verwaltung seiner Güter unter der Leitung eines Propsts.

  • Provinz

    Grössere Verwaltungseinheit eines Ordens, die mehrere Klöster umfasst (z.B. bei den Kapuzinern).

  • Refektorium

    Der Speisesaal eines Klosters.

  • Regel

    Auch Ordensregel; Vorschriften für die Mitglieder eines Ordens, meist nach einem Ordensgründer bzw. Heiligen benannt (z.B. Benedikts- oder Franziskus-Regel).

  • Reliquien

    Ein Überrest von einem Körper eines Heiligen oder einer Heiligen, der religiös verehrt wird. Es kann sich auch um einen Gegenstand aus dem Besitz eines Heiligen oder einer Heiligen handeln.

  • Ritterorden

    Religiöse Gemeinschaften, deren Hauptzweck in einer karitativen Aufgabe liegt. Während der Kreuzzüge im Hochmittelalter entstanden Ritterorden mit militärischer Funktion zur Verteidigung des christlichen Glaubens.

  • Schaffner/Schaffnerin

    Verwalter/Verwalterin von Gütern.

  • Schiff

    Auch Kirchenschiff; Längsbau in einer Kirche, in der Regel mit Kirchenbänken.

  • Schwester

    Auch Nonne; Mitglied eines Frauenklosters.

  • Sommerabtei

    Sommerresidenz oder Sommerhaus des Abtes.

  • Spiritual

    Auch Beichtvater oder Beichtiger; Seelsorger in Frauenklöstern.

  • Stundengebet

    Auch Chorgebet; Gebete, die in einem Kloster zu bestimmten Tagzeiten gemeinschaftlich gesprochen oder gesungen werden.

  • Tafelsaal

    Grosser, für eine festliche Mahlzeit vorgesehener Speisesaal.

  • Territorialabtei

    Eine Abtei mit bistumsähnlicher Funktion. Der Abt ist Mitglieder der örtlichen Bischofskonferenz, hat aber nicht die Weihegewalt eines Bischofs.

  • Wallfahrt

    Auch Pilgerfahrt; aus religiösen Motiven unternommene Reise, meist zu einer heiligen (Grab-)Stätte.

  • Zelle