Franziskanische Frauenorden

Merkmale

Das Ordensgewand (Habit) der franziskanischen Frauenorden kann sich von Kloster zu Kloster unterscheiden. Meist besteht es aus einer braunen oder schwarzen Kutte, einem weissen Kragen und einem schwarzen Schleier. Zudem gehören ein weisser oder brauner Gurt (Kordel) sowie manchmal auch ein Rosenkranz zum Erscheinungsbild.

Im Franziskusorden hat es verschiedene Frauengemeinschaften, deren klösterliches Leben grosse Unterschiede aufweisen kann. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihr Leben auf die Beziehung zu Gott ausrichten. Die Klosterfrauen leben traditionell sehr zurückgezogen in der Klausur. Das gemeinschaftliche Gebet (Stundengebet) und die persönliche Meditation spielen eine wichtige Rolle. Dazu gehört ein einfaches Leben, wie es auch die männlichen Gemeinschaften des Franziskusorden pflegen.

Geschichte

Im Wesentlichen waren (und sind es teilweise noch) im Aargau zwei Entwicklungslinien bei den franziskanischen Frauenorden anzutreffen. Erstens gibt es Nonnen, die sich auf die Regel der heiligen Klara von Assisi berufen. Klara von Assisi wurde von ihrem Vorbild, dem heiligen Franziskus, beeinflusst und gründete den Klarissenorden. Ein solches Kloster bestand im Mittelalter in Königsfelden. In derselben Tradition stehen seit 2011 die Clara-Schwestern der Heiligen Familie in Laurenzenbad.

Eine zweite Tradition bildeten im Mittelalter die Terziarinnen und Terziaren. Hierbei handelte es sich um Menschen, die die franziskanischen Ideale ausserhalb der Klausur eines Klosters folgten. Aus diesem Laienorden heraus entwickelten sich um 1600 die Klöster der regulierten Franziskanerinnen und unter Einfluss der Schweizer Kapuziner diejenigen der Kapuzinerinnen. Solche Klöster gab es im heutigen Kanton Aargau in Bremgarten (regulierte Franziskaner-Terziarinnen St. Clara) und Baden (Kapuzinerinnen Maria Krönung). Im 19. Jahrhundert entstanden aus der gleichen Tradition die franziskanischen Fraueninstitute Menzingen (1844) und Ingenbohl (1856), die vom Kapuziner Theodosius Florentini gegründet wurden. Die Menzinger und Ingenbohler Schwestern übernahmen in zahlreichen Gemeinden im Kanton Aargau und darüber hinaus in der ganzen Schweiz Aufgaben in der Krankenpflege und im Schuldienst.

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