Johanniter
Merkmale
Die Mitglieder des Johanniterordens, der auch als Malteserorden bezeichnet wird, tragen zu feierlichen Anlässen einen schwarzen Mantel mit einem weissen achteckigen Kreuz (Johanniter- oder Malteserkreuz). Im Wappen des Ordens und besonders bei seinen Hilfswerken ist das weisse Kreuz auf rotem Hintergrund anzutreffen.
In völkerrechtlicher Hinsicht gilt der Johanniterorden bis heute als souveränes nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt, das zwar kein Staatsgebiet kontrolliert, aber zahlreiche diplomatische Beziehungen unterhält. Die Johanniter sind somit zugleich ein Völkerrechtssubjekt und ein kirchlicher Orden.
Seit der Gründung steht die Pflege von Pilgern und Kranken im Zentrum des Ordens. Bis heute unterhält er zahlreiche Hilfsorganisationen in verschiedenen Ländern. Während der Kreuzzüge im Mittelalter kam eine militärische Funktion dazu, weshalb der Orden zu den geistlichen Ritterorden zählt.
Geschichte
Der Johanniterorden wurde im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet zur Pflege von Pilgern und Kranken. In der Zeit der Kreuzzüge kamen militärische Aufgaben im Kampf für den christlichen Glauben hinzu, wodurch die Johanniter zu einem Ritterorden wurden. Ab dem 12. Jahrhundert breitete sich der Orden über ganz Europa aus, indem er zahlreiche Niederlassungen (Kommenden) gründete. Auf der Insel Rhodos bildete der Orden einen Staat, bis die Insel 1522 von den Osmanen erobert wurde. 1530 erhielten die Johanniter die Insel Malta (bis 1798), weshalb der Orden auch Malteserorden genannt wird.
Im heutigen Kanton Aargau wurden in Biberstein, Klingnau, Leuggern (Doppelkommende Leuggern-Klingnau) und Rheinfelden Kommenden des Ordens errichtet. Bei keiner dieser Kommenden stand die Krankenpflege im Vordergrund, sondern ihr Zweck lag in der Verwaltung von Gütern. Die Kommende Biberstein wurde schon 1535 durch die Berner aufgehoben. Die anderen Kommenden teilten 1806 dasselbe Schicksal.