Zisterzienserinnen und Zisterzienser

Merkmale

Die Ordenstracht (Habit) der Zisterzienserinnen und Zisterzienser ist auffällig. Sie besteht aus einem weissen Obergewand, einem schwarzen Überwurf mit Kapuze und einem schwarzen Gürtel. Zisterzienserinnen tragen statt einer Kapuze einen schwarzen Schleier. Anwärterinnen oder Anwärter für die Aufnahme in ein Kloster sind ganz in weiss gekleidet.

Das Leben in einem Zisterzienserkloster orientiert sich an den gleichen Idealen wie das benediktinische Ordensleben: Gebet, Arbeit und Lesung. Das klösterliche Leben ist jedoch stärker auf Einfachheit, Abgeschiedenheit und körperliche Arbeit ausgerichtet. Damit einher geht eine strengere Lebensform.

Die Architektur der zisterziensischen Klosteranlagen war ursprünglich bewusst schlicht und schmuckarm. Davon haben sich im Laufe der Geschichte viele Klöster abgewendet und besonders im Barock sind repräsentative Anlagen entstanden. Viele Klöster wurden im Grünen, das heisst ausserhalb von Ortschaften gebaut.

Geschichte

Der Zisterzienserorden entstand Ende des 11. Jahrhunderts durch Robert von Molesme († 1111). Er und seine Mitbrüder empfanden das Leben vieler Benediktiner als zu luxuriös. Diese hätten sich von der einfachen Lebensweise zu weit entfernt. Die Mönche um Robert von Molesme wollten zurück zu einem ursprünglichen Leben und gründeten im Burgund das Kloster Cîteaux (lateinisch für Cistercium, deutsch Zisterze). Beim Zisterzienserorden handelt es sich somit um einen Reformorden. Dieser erlebte schnell einen grossen Aufschwung und breitete sich über ganz Europa aus.

In der Westschweiz wurden erste Zisterzienserklöster bereits um 1130 gegründet (z.B. Bonmont VD und Hauterive FR). Die Gründung des Zisterzienserklosters Wettingen erfolgte 1227 (seit 1854 als Wettingen-Mehrerau bei Bregenz, Österreich). Zu den ältesten Gründungen von Frauenklöstern des Ordens in der Schweiz überhaupt zählt Olsberg (1234). Im Reusstal folgte 1282 das Kloster Gnadenthal. Beide Frauenklöster wurden im 19. Jahrhundert aufgehoben.

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