Benediktinerinnen und Benediktiner
Merkmale
Benediktinerinnen und Benediktiner erkennt man am schwarzen Gewand. Dieses hat weite Ärmel und reicht bis zum Boden. Während bei den Mönchen eine schwarze Kapuze zum Gewand gehört, tragen Nonnen einen schwarzen Schleier und ihr Gewand verfügt meist über einen weissen Kragen.
Benediktinische Ordensleute leben nach dem Sprichwort «Ora et labora et lege», zu Deutsch: «Bete und arbeite und lies». Zum gemeinschaftlichen Gebet kommen sie mehrmals pro Tag in der Klosterkirche zusammen. Beim Klostereintritt legen Benediktinerinnen und Benediktiner drei Gelübde ab: erstens die Beständigkeit oder Ortsgebundenheit, zweitens die Einhaltung des klösterlichen Lebenswandels und drittens den Gehorsam. Es wird viel Wert auf einen gemässigten Lebensstil gelegt.
Die benediktinischen Klöster waren und sind bis heute Zentren von Wissenschaft, Bildung und Kultur. Viele verfügen über grosse Klosterbibliotheken und Kunstsammlungen. Häufig werden auch Schulen und andere Klosterbetriebe geführt.
Geschichte
Das benediktinische Mönchtum ist die älteste klösterliche Bewegung in Europa. Benediktinerinnen und Benediktiner leben nach der Regel des heiligen Benedikts von Nursia (um 480–547), der 529 in Montecassino (Italien) das Stammhaus des Ordens gründete. Die benediktinischen Frauenklöster gehen der Legende nach auf Benedikts Zwillingsschwester Scholastika (um 480–um 542) zurück. Im Laufe der Jahrhunderte bauten sich die Benediktiner bedeutende Klosteranlagen auf (z.B. Einsiedeln oder St. Gallen). In ihren Bibliotheken blieb das antike Wissen das ganze Mittelalter hindurch erhalten. Die Klöster des Ordens sind selbständig, es bestehen allerdings Zusammenschlüsse von Klöstern (Kongregationen).
Im Kanton Aargau existieren bis heute die zwei benediktinischen Frauenklöster Fahr und Hermetschwil. Die Männerklöster Klingnau, Muri, Sion und Wislikofen hingegen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgelöst. Einzig das ehemalige Kloster Muri lebt heute in Muri-Gries, Bozen (Südtirol, Italien) weiter.