Wilhelmiten
Merkmale
Der Orden der Wilhelmiten ist ein Eremitenorden. Als Eremit oder Einsiedler werden Menschen bezeichnet, die abgeschieden von anderen Menschen ein spirituelles Leben führen. Diese Form des religiösen Lebens zählt zu den frühesten Formen des christlichen Mönchtums.
Es gab immer auch gemeinschaftlich lebende Eremiten, woraus im Laufe des Mittelalters Klöster entstanden. Die Wilhelmiten waren eine solche Ordensgemeinschaften. Die Mönche führten ein zurückgezogenes und einfaches Leben. Sie widmeten sich dem Gebet und der Meditation. Darüber hinaus spielten Fasten und körperliche Arbeit eine wichtige Rolle. Die Wilhelmiten fielen durch ihr schwarzes Ordensgewand auf. Heute gibt es den Orden nicht mehr.
Geschichte
Der Orden wurde im 12. Jahrhundert durch den Eremiten Wilhelm von Malavalle in der Nähe von Siena (Italien) gegründet. Seine Einsiedelei zog viele Pilger an, so dass sich daraus allmählich ein Kloster entwickelte. Der Orden breitete sich schnell aus, bis Papst Alexander IV. Mitte des 13. Jahrhunderts den Orden mit einem anderen Eremitenorden zusammenlegte, mit den Augustiner-Eremiten. Doch schon 1266 wurden die Wilhelmiten wieder selbständig. Während der Reformation wurden viele Klöster aufgehoben. In der Folge traten andere Niederlassungen zu den Benediktinern oder den Zisterziensern über. Der Orden wurde dadurch immer kleiner und 1847 wurde in den Niederlanden das letzte Wilhelmitenkloster aufgehoben.
Auf dem Gebiet der heutigen Schweiz wurde nur ein Kloster der Wilhelmiten gegründet, das Kloster Sion in Klingnau. Es bestand ab 1269 bis es 1725 mit der Benediktinerabtei St. Blasien im Schwarzwald (Deutschland) vereinigt wurde.