Zisterzienserinnenabtei Olsberg
Heutige Nutzung
In der ehemaligen Klosteranlage ist ein Schulheim für Kinder und Jugendliche untergebracht. Das Schulheim mit Wocheninternat wurde bis 2017 vom Kanton geführt, seither steht es in der Trägerschaft der Stiftung Kinderheim Brugg.
Auf dem Klostergelände befindet sich weiter ein Landwirtschaftsbetrieb und in der Klosterkirche finden kulturelle Veranstaltungen statt, so das jährlich stattfindende Solsberg Festival unter der künstlerischen Leitung der Cellistin Sol Gabetta. Darüber hinaus feiern mehrere Konfessionen Gottesdienste in der Kirche.

Kantonale Denkmalpflege Aargau.
Kloster Olsberg aus der Vogelperspektive in einem Plan von 1602 des Staatsarchivs Baselland.
Geschichte
Das Kloster Olsberg, auch «Gottesgarten» (Hortus Dei) genannt, zählt zu den ältesten Zisterzienserinnenklöstern der Schweiz. Es wurde kurz vor 1234 an einem unbekannten Ort gegründet und um 1236 nach Olsberg verlegt. Schnell erwarb das Kloster einen grösseren Grundbesitz in der Umgebung. Die Klosterfrauen stammten in der Frühzeit meist aus dem regionalen Niederadel.
Seit dem Brand von 1427 hatte das Kloster immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Von 1535 bis 1558 war es sogar verwaist und in den 1630er Jahren erlitt es Schäden durch Plünderung und Zerstörung im Dreissigjährigen Krieg. Ein anhaltender Aufschwung des klösterlichen Lebens gelang auch aufgrund interner Wirren nicht mehr, sodass der österreichische Kaiser Leopold II. das Kloster 1790 in ein weltliches Damenstift umwandelte. Schon 1806 folgte die Aufhebung. In der Folge führte der Kanton Aargau bis 1835 ein Töchterinstitut in Olsberg, bevor 1846 ein privates Knabenerziehungsheim unter der Trägerschaft «Pestalozzistiftung der Deutschen Schweiz» eingerichtet wurde. Seit 1860 dient das ehemalige Kloster als Schulheim.
Architektur und Anlage
Von mittelalterlichen Bauphasen haben sich nur geringe Spuren erhalten. Daher beruht das heutige Erscheinungsbild der Klosteranlage wesentlich auf den Umbauten um 1700. Allerdings fand kein koordinierter Umbau statt, weshalb sich die Anlage den Betrachtenden als Zusammenfügung von Baukomponenten unterschiedlicher Perioden zeigt. So wurden etwa im Jahr 1715 Teile der Kirche abgebrochen und eine barocke Turmfassade gebaut. Im 19. und 20. Jahrhundert folgten weitere Umbauarbeiten, welche die Anlage an die Bedürfnisse eines Schulheims anpassten. Seit 1864 der Nordtrakt und ein Teil des Osttraktes abgebrochen wurde, ist die Kirche nicht mehr mit den Konventsgebäuden verbunden. 1966 wurde der Kreuzganggarten durch einen Sportplatz ersetzt.
Neben Konventsgebäuden und Kirche stehen Ökonomie- und Wohngebäude aus dem 18. Jahrhundert. Im Pfarrhaus, das 2020 durch die Stiftung Kinderheim Brugg gekauft und genutzt wird, wohnte zur Klosterzeit der Spiritual der Zisterzienserinnen.