Zisterzienserabtei Wettingen

Heutige Nutzung

Die ehemaligen Klostergebäude sind heute in Besitz des Kantons Aargau. Das Konventsgebäude und zahlreiche andere Bauten auf der Klosterhalbinsel werden durch die Kantonsschule Wettingen genutzt. Auf dem weitläufigen Areal befindet sich auch eine Klostergärtnerei, die für die Pflege des Klosterparks und der verschiedenen Gärten zuständig ist. Produkte aus den Gärten können im Klosterlädeli gekauft werden.

Seit 2022 ist die Klosterhalbinsel Wettingen ein Standort von Museum Aargau. Die historischen Klosterräume wie Kreuzgang und Mönchschor sind öffentlich zugänglich, weitere Räume wie das Refektorium oder die Sommerabtei werden im Rahmen von Führungen gezeigt. In der Klosterkirche finden feierliche Anlässe wie Gottesdienste und Hochzeiten sowie kulturelle Veranstaltungen (z.B. Konzerte) statt. Daneben sind auf der Klosterhalbinsel Restaurants und Gewerbebetriebe (z.B. eine Brauerei) beheimatet.

Geschichte

Als Klostergründer gilt Heinrich II. von Rapperswil, der dem Zisterzienserkloster Salem (nördlich des Bodensees) Güter zur Gründung eines Klosters schenkte. Salem entsandte 1227 einen Prior sowie zwölf Mönche nach Wettingen, um eine Klosteranlage zu bauen. Das neue Kloster konnte schnell seinen Besitz vermehren und wurde dadurch zu einem bedeutenden Kloster auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Im Gegensatz zu vielen anderen Klöstern war Wettingen direkt dem Papst unterstellt (Exemtion) und der Abt übernahm bischöfliche Funktionen. Der Abtei waren zahlreiche Deutschschweizer Zisterzienserinnenklöster unterstellt, darunter auch das Kloster Gnadenthal im aargauischen Reusstal.

Mit der Klosteraufhebung durch den Kanton Aargau 1841 mussten die Mönche ausziehen. Sie gründeten 1854 bei Bregenz (Österreich) die neue Abtei Wettingen-Mehrerau, die bis heute besteht. Die Klostergebäude in Wettingen wurden 1843 dem aargauischen Lehrerseminar zur Verfügung gestellt, das 1976 zur Kantonsschule Wettingen wurde.

Architektur und Anlage

Auf der Klosterhalbinsel befindet sich eine Vielzahl von Gebäuden. Den Kern oder den inneren Klosterbezirk bilden die Konventsgebäude um den Kreuzgang und den Abtshof. In diesen und in der Klosterkirche ist mittelalterliche Bausubstanz vorhanden, obwohl die Klosteranlage im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut wurde. Das heutige Erscheinungsbild erhielt das Kloster unter Abt Peter Schmid (Abt von 1594–1633), der als zweiter Gründerabt gilt. Einzig der Westflügel hat deutlich neuere Bausubstanz; er wurde 2025 eingeweiht. Bedeutend ist die Sammlung von Glasgemälden (die ältesten aus dem 13. Jahrhundert), die im Kreuzgang ausgestellt sind.

Losgelöst von diesem Kern finden sich im äusseren Klosterbezirk zahlreiche Wirtschaftsgebäude (z.B. Backhaus, Weinkeller, Säge, Scheunen und das Armenspital), die heute allerdings umgenutzt sind. Einige dieser Gebäude wurden im Spätmittelalter gebaut, andere zur Blütezeit des Klosters im 17. und 18. Jahrhundert. Die Alte Spinnerei mit Weberei wurde hingegen erst nach der Klosteraufhebung gebaut.

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