Klarissen- und Franziskanerkloster Königsfelden

Heutige Nutzung

Die ehemalige Klosterkirche ist Teil von Museum Aargau. Sie kann zusammen mit der Aussenanlage besichtigt werden. Darüber hinaus kann die Kirche für kulturelle Veranstaltungen oder Feiern gemietet werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Klosterkirche als Ort des Tanzes einen Namen gemacht (Tanzfestival Tanz und Kunst Königsfelden). In der grossen Parkanlage um das ehemalige Kloster herum befindet sich seit 1872 die Psychiatrische Klinik, heute die Psychiatrischen Dienste Aargau, die zuvor in der Klosteranlage untergebracht war. Weiter befindet sich auf dem Gelände der Legionärspfad Vindonissa, ein Römer-Erlebnispark und Teil von Museum Aargau sowie eine Kita. In der von den Berner Hofmeistern 1744 errichteten Klosterscheune befindet sich heute das Gästezentrum des Legionärspfads Vindonissa mit einem Bistro.

Geschichte

Die Klostergründung erfolgte 1309 durch die habsburgische Königin Elisabeth von Görz und Tirol. Im Jahr zuvor wurde ihr Mann, König Albrecht I., an dieser Stelle ermordet, zu dessen Gedenken das Kloster Königsfelden bestimmt war. Von Anfang an war das neue Kloster als Doppelkloster unter Führung eines Klarissenkonvents bestimmt, dem zwecks Seelsorge ein Franziskanerkonvent angegliedert wurde. Grundauftrag des Klosters war, für den ermordeten König, seine Witwe und seine Nachkommen zu beten (habsburgischer Erinnerungsort). Das Kloster erhielt daher von den Habsburgern grosszügige Schenkungen.

Von 1317 bis 1364 verwaltete Albrechts Tochter Königin Agnes von Ungarn, nachdem ihr Mann Andreas III. (König von Ungarn) verstarb, das Kloster und stattete es mit Rechten und Gütern aus.

Mit der Eroberung des Aargaus 1415 durch Bern verloren die Habsburger ihre aargauischen Stammlande und somit auch die Verbindung zu Königsfelden. Damit geriet die Hofmeisterei unter bernische Herrschaft. Während der Reformation 1528 wurde das Kloster aufgehoben. 1804 kam die Anlage in den Besitz des Kantons, der darin eine Kranken- und Irrenanstalt einrichtete.

Architektur und Anlage

Königsfelden wurde als Doppelklosteranlage gebaut. Auf beiden Seiten der Klosterkirche befanden sich je eigene Konventsgebäude für die Klarissen (südlich der Kirche) und für die Franziskaner (nördlich der Kirche). Die Gebäude der Franziskaner wurden 1870 abgebrochen, mit Ausnahme des sogenannten Archivgewölbes mit Darstellungen der 1386 bei Sempach gefallenen Ritter. Anlass für den Abbruch war der Neubau einer Irrenanstalt zwischen 1868 und 1872.

Im Gegensatz dazu stehen südlich der Klosterkirche noch Teile des früheren Konventsgebäudes der Klarissen (z.B. Kreuzgang). Auch die Klosterkirche mit Kenotaph (Scheingrab) und der darunter liegenden Gruft blieb in den Grundzügen erhalten, wenn sie auch von den Bernern als Kornlager zweckentfremdet wurde. In den Fenstern des Chors hat sich der bedeutendste mittelalterliche Glasgemäldezyklus der Schweiz erhalten. Westlich der Kirche befinden sich die Hofmeisterei in spätgotischem Stil sowie andere Wirtschaftsbauten (teilweise nach 1528 errichtet).

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