Kapuzinerkloster Bremgarten
Heutige Nutzung
Das frühere Kapuzinerkloster und die angrenzenden Liegenschaften gehören zur St. Josef-Stiftung, die einen öffentlichen Auftrag erfüllt. Die Stiftung führt heute verschiedene Angebote für Menschen mit hauptsächlich kognitiven Beeinträchtigungen: Wohnen, Arbeiten und Erleben, Heilpädagogische Schule, Früherziehung, Logopädie im Frühbereich und Psychomotorik. Die Kirche wird sowohl für Gottesdienste als auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Bremgarten von Westen, im Vordergrund rechts das rund 20 Jahre zuvor erbaute Kapuzinerkloster.
Geschichte
Auf Wunsch des Stadtrats von Bremgarten wurden 1617 Kapuziner in die Stadt geholt, um hier ein Kloster zu gründen. Der Klosterbau (1620–1622) wurde hauptsächlich durch städtische Gelder sowie durch Unterstützung des Benediktinerklosters Muri finanziert. Ab 1673 betrieb das Kloster ein Wollenwerk (Wollweberei), um sich selbst und andere Kapuzinerklöster mit Tuch zu versorgen. Die Kapuziner übernahmen seelsorgerische Dienste in verschiedenen Pfarreien der Umgebung. Während der Französischen Revolution (1798–1799) diente die Klosteranlage vorübergehend als Militärlazarett.
Als 1841 der Grosse Rat des Kantons Aargau die Klöster im Kanton aufhob, war davon auch das Kapuzinerkloster betroffen. Die Klosteranlage ging in den Besitz der Stadt Bremgarten über, welche die Anlage 1888 zur Einrichtung einer Erziehungsanstalt für Kinder mit kognitiver Beeinträchtigung verkaufte. Die Anstalt St. Joseph (heute St. Josef-Stiftung) wurde 1889 gegründet und Ingenbohler Schwestern übernahmen die Führung des Kinderheims.
Architektur und Anlage
Die ehemalige Klosteranlage gilt als Musterbeispiel eines schweizerischen Kapuzinerklosters, da die Ordensvorschriften beim Bau genau befolgt wurden. Die Klosterkirche hat eine dezente Barockausstattung, welche die volkstümliche Art der Kapuziner widerspiegelt. Das reichgeschnitzte Gitter zur Abtrennung des Chorraums vom Kirchenschiff fällt besonders auf. Die gesamte Anlage war früher von einer Klostermauer umgeben.
Die erste Klosteranlage aus dem frühen 17. Jahrhundert wurde um 1760 neugebaut. Nach der Aufhebung des Kapuzinerklosters stand der Bau für längere Zeit leer. Einen grösseren Umbau erfuhr die Anlage 1889/90, als das frühere Kloster in ein Kinderheim umfunktioniert wurde.
