Johanniterkommende Leuggern

Heutige Nutzung

Seit 1895 wird die ehemalige Johanniterkommende als Bezirksspital für stationäre und ambulante Patientinnen und Patienten genutzt (heute Asana Spital Leuggern). Dem Spital angegliedert ist ein Pflegeheim, sodass hier an einem Ort eine umfassende medizinische Grundversorgung angeboten werden kann.

Geschichte

Um 1230 schenkten die Freien von Bernau Güter in der Nähe der Kirche Leuggern der Johanniterkommende Bubikon ZH. Darauf entstand die Kommende Leuggern, die sich zwischen 1248 und 1251 aus der Abhängigkeit von Bubikon löste und zu einem selbständigen Ordenssitz wurde. Schon 1268 übersiedelte der Vorsteher (Komtur) nach Klingnau, in Leuggern blieb ein kleiner Konvent bestehen. In der Folge bildeten Leuggern und Klingnau eine sogenannte Doppelkommende. Der Hauptsitz der Kommende Leuggern-Klingnau wurde 1415 zurück nach Leuggern verlegt.

Der Konvent in Leuggern löste sich Mitte des 16. Jahrhunderts auf, sodass die Kommende in der Folge nur noch ein reiner Verwaltungssitz der Johanniter war. Ihre grösste Herrschaftsausdehnung hatte die Kommende im 15. und 16. Jahrhundert, als Güter bis in den Schwarzwald zu ihr gehörten. Einen Spitaldienst haben die Johanniter in Leuggern nicht übernommen. Die Kommende wurde 1806 durch Regierungsbeschluss aufgelöst.

Architektur und Anlage

Das Johanniterhaus und andere Liegenschaften der Kommende Leuggern wurden 1818 an Private verkauft. Nach 1895 wurde im Johanniterhaus ein Bezirksspital eingerichtet, das bis 1969 von Ingenbohler Schwestern betreut wurde. Baumassnahmen in den 1930er und 1950er Jahren führten dazu, dass von der ursprünglichen Anlage heute kaum mehr etwas übrig ist. Einzig ein Torhaus und einige Fassadenreste gehen noch auf die einstige Kommende zurück. Zum Aussehen der Kommende im 17. Jahrhundert gibt ein Kupferstich von Matthias Merian dem Älteren Auskunft (vgl. Bild 2).

Die südlich der Johanniterkommende gelegene Kirche diente bis 1806 sowohl als Ordens- als auch als Pfarrkirche. Der alte Kirchenbau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen und zwischen 1851 und 1853 in neogotischem Stil neu gebaut.

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