Benediktinerinnenkloster Fahr

Heutige Nutzung

Im Kloster Fahr leben seit bald 900 Jahren Benediktinerinnen. In der Klosterkirche treffen sie sich täglich mehrmals zum Lob Gottes (Stundengebet). Die Schwestern bieten Interessierten spirituelle Begleitung an und veranstalten religiöse und kulturelle Anlässe. In der St.-Anna-Kapelle sind Feiern wie Trauungen und Taufen möglich. Daneben sind die Klosterfrauen wirtschaftlich tätig: Im Klosterladen verkaufen sie Produkte aus den eigenen Klostergärten, sie stellen liturgische Gewänder (Messgewänder) her und pflegen die benediktinische Gastfreundschaft.

Bis heute bildet die Landwirtschaft und der Gartenbau ein wichtiges Tätigkeitsfeld. Mit der Fahr Erlebnis AG wird in den ehemaligen Nutzbauten neben dem Kloster ein lebendiger und erlebbarer Landwirtschaftsbetrieb geführt, zu dem ein Restaurant gehört. Ausserdem wird im Gebäude der ehemaligen Bäuerinnenschule seit wenigen Jahren generationenübergreifend gewohnt.

Geschichte

Die Klostergründung 1130 geht auf eine Besitzübertragung an das Kloster Einsiedeln zurück. Freiherr Lütold II. von Regensberg stellte dabei die Auflage, an der Limmat ein Frauenkloster zu errichten. Seit den Anfängen ist der Abt von Einsiedeln auch Abt über das Priorat Fahr, auch wenn die Benediktinerinnen seit 2005 eine grössere Eigenständigkeit haben.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1530 aufgehoben und 1576 mit zwei Klosterfrauen wiederbelebt. Eine zweite erzwungene Aufhebung erfolgte 1841 durch den Kanton Aargau, die schon 1843 rückgängig gemacht wurde. Seit 1803 bildet das Kloster Fahr eine Aargauer Exklave auf dem Gebiet des Kantons Zürich und seit 2008 gehört das Kloster zur Gemeinde Würenlos. Von 1944 bis 2013 betrieb das Kloster in einem Nebengebäude eine Bäuerinnenschule mit Internat.

Architektur & Anlage

Die Klosteranlage setzt sich aus drei Bezirken zusammen. Ein erster, den Schwestern vorbehaltener Bezirk (Klausur) besteht aus den Gebäuden um einen zentralen Innenhof mit Garten. Dazu gehören die Kirche und die Konventstrakte. Der zweite Bezirk stösst an den nordwestlichen Konventstrakt und besteht aus der neuen und der alten Propstei sowie der St.-Anna-Kapelle. Den dritten Bezirk bilden Nutzbauten wie Mühle, Scheune, Trotte und Wirtshaus.

Abgesehen von mittelalterlichen Spuren in der St.-Anna-Kapelle (darunter romanische Fresken), ist der Klosterbezirk ein Produkt der barocken Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert. Aussergewöhnlich ist der Gemäldezyklus an der Kirchenfassade und im Kircheninnern, der um 1750 von Giuseppe Antonio und Giovanni Antonio Torricelli aus Lugano ausgeführt wurde. Die Tessiner Brüder haben eine nördlich der Alpen selten anzutreffende Scheinarchitektur geschaffen, die an ein Bühnenbild im Theater erinnert.


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