Beginenhaus Spiserhof, Rheinfelden
Heutige Nutzung
Im früheren Haus einer Beginengemeinschaft befindet sich ein Kindergarten der Stadt Rheinfelden.

Fricktaler Museum Rheinfelden, FMR GP.00184
Spiserhof in Rheinfelden, 1. Viertel des 20. Jahrhunderts.
Geschichte
1349 schenkte die Familie Spiser einer Gemeinschaft von Beginen ein Haus, der sogenannte Spiserhof. Dieses Haus bot für zwölf Schwestern Platz. Gemäss chronikalischer Überlieferung fand die Gründung des Schwesternhauses schon um 1306 statt.
Die Beginen waren mit den Basler Franziskanern verbunden und kamen im Lauf der Zeit in den Besitz einiger Güter. Ihren Lebensunterhalt bestritten die Schwestern hauptsächlich durch die Krankenpflege und Weberei. Letzteres führte zu einem Konflikt mit dem Zunfthandwerk der Stadt, sodass 1488 der Rat von Rheinfelden die Zahl der Frauen auf drei bis vier beschränkte. Diese durften höchstens noch zwei Webstühle betreiben. Die Schwesterngemeinschaft löste sich um 1510 auf und die Vermögenswerte gingen an das Spital über.
Seit 1534 dient das frühere Beginenhaus als Schulhaus, zuerst als Knabenschule, ab 1818 als Mädchenschule und heute als Kindergarten.
Architektur und Anlage
Der Gustav-Kalenbach-Platz wird gegen Norden vom Spiserhof abgeschlossen. Dieser setzt sich aus zwei unterschiedlich alten Bauteilen zusammen. Der östliche ältere Teil kann dem 13. Jahrhundert zugeordnet werden. Der westliche schmalere Anbau stammt wahrscheinlich aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Erdgeschoss als Stallung und Holzlager genutzt. Darüber befand sich im 1. Obergeschoss eine Lehrerwohnung und im 2. Geschoss zwei Säle für den Unterricht. Beim Umbau von 1846/47 wurden die Unterrichtszimmer auf alle Stockwerke verteilt.